Gareth

Interview mit Gareth Hamilton über Winterbräuche und Durham, Köflach, Leibnitz, Riga

Im Oktober haben ich ein Interview mit Andrea Mark aus England gemacht. Heute darf ich Euch Ausschnitte aus einem Gespräch von mir (Pia, Tochter von Hannerl & Luis) und unserem Freund Gareth Hamilton hier zum Lesen geben.

Gareth Hamilton ist seit vielen Jahren ein Freund von Andrea Mark und unserer Familie. Er fährt lieber mit dem Auto, dem Bus oder dem Zug bevor er in ein Flugzeug steigt und reiset so durch viele Länder.

Hallo Gareth, wir kennen uns schon viele Jahre.

Gareth zu Besuch beim Tag der Teichanlage mit Hannerl Wascher
Gareth zu Besuch beim Tag der Teichanlage mit Hannerl Wascher – Foto: Thomas Burchhart

Gareth, kannst Du Dich noch erinnern, wann und warum Du zum 1. Besuch nach Köflach gekommen bist?

Ich war damals Fremdsprachenassistent. Andrea, die schon interviewt wurde, war damals auch Fremdsprachenassistentin. Wir waren auch KommilitonInnen an der Universität Durham, in Nordostengland. Ich war in der BG/BRG Leibnitz tätig und Andrea in Köflach. Ein englischer Freund und ich kamen, um Andrea zu besuchen. Übrigens, er hatte ein Auto und ich bin gefahren – das war das erste Mal im Rechtsverkehr!

Gareth, könntest Du Dich selbst unseren Lesern kurz vorstellen?

Ich bin Dozent der Kultur- und Sozialanthropologie. Ich komme aus Nordirland. Ich habe auch in England (Durham), Österreich (Graz und Weiz) und Deutschland (Halle an der Saale) – und jetzt auch Lettland (Riga) – gewohnt. Ich reise sehr gern, obwohl ich habe einmal entschieden habe, dass ich nicht mehr FLIEGEN wollte. Deshalb fahre ich nach Köflach immer mit dem Zug (oder Bus)!

Du lebst jetzt in Lettland. Wie bist Du dorthin gekommen?

Nachdem ich erfolgreich promoviert habe, brauchte ich natürlich einen Job. Ich hatte schon an der Universität Durham unterrichtet und machte das weiter. Eine Freundin/Kollegin aus Estland mit lettischem Mann hat gemerkt, dass es eine Stelle in Riga gab. Sie hat mir den Job empfohlen. Ich habe mich beworben, war erfolgreich, und seit 5 Jahren bin ich hier.

Gareth bei seiner Promotionsfeier in steirischer Tracht mit Sir Thomas Allen (Foto von Gareth Hamilton)
Gareth bei seiner Promotionsfeier in steirischer Tracht mit Sir Thomas Allen (Foto von Gareth Hamilton)

Du hast Dich ja mit vielen verschiedenen Bräuchen in den Wintermonaten beschäftigt. Warum, bzw. woher komme Dein Interesse dafür?

Ja, Existenzgründer in Ostdeutschland hatte ich geforscht für meine Doktorarbeit. Aber eine Kollegin der Sozialanthropologie (Dr. Nicolette Makovicky) in Oxford, mit der ich schon kooperiert habe, hatte in Facebook etwas über Krampus gepostet. Ich habe dann kommentiert, dass ich so etwas aus der Steiermark kenne. Wir haben dann (mit anderen) entschieden, das wir ein Forschungsprojekt machen sollen. Wir sind immer noch bei der Bewerbung, das so etwas viel Zeit braucht, um alles gut zusammenbringen. Aber eine Kollegin, Dr. Ann Wand – auch an Oxford – hat eine Tagung über solche Bräuchen organisiert. Wir machen Vorschritte. Wir haben dadurch KollegInnen kennengelernt und viel gelernt. Zum Beispiel, es gibt auch Krampusläufe in den USA. Und ich kann dieses ethnographische Buch über Krampus in Salzburg von Dr. Matthäus Rest und OR Mag. Gertraud Seiser herausgegeben nur empfehlen – sehr “wild und schön”! Wild und Schön: Krampusse im Salzburger Land

In Österreich gibt es viele Bräuche in der Vorweihnachtszeit – es gibt den Adventkranz, Barbarazweige, Nikolaus & Krampus, Neujahrsgeiger, 3-Königssingen.

Welche davon kennst Du Gareth?

Adventkranze sind in England bekannt. Zum Beispiel, neben den Kirchen, die Kindersendung ‘Blue Peter’ von der BBC macht seit 53 Jahren diese Tradition im Fernsehen weiter. Nikolaus (Santa Claus) kommt aber am 24. Dezember und zwar in der Nacht. Bevor sie ins Bett gehen, Kinder stellen ihn Kekse und Milch – und Karotten für die Renntiere – bereit. In Schottland, der erste Besucher am 1. Jänner soll Kohle mitbringen – und wenn möglich dunkle Haare besitzen! Es gibt auch regionale Bräuche, die sehr unterschiedlich sind. Zum Beispiel, Leute in Südwestengland singen im Baumgarten und segnen sogar die Bäume.

Gareth zu Besuch beim Tag der Teichanlage mit Alois Wascher - Foto: Thomas Burchhart
Gareth zu Besuch beim Tag der Teichanlage mit Alois Wascher – Foto: Thomas Burchhart

Wir haben jetzt einen kleinen Wordrap:

In meine Reisetasche nach Köflach packe ich immer …
… mein Handy – sodass, ich immer Fotos machen kann!

Dieser Song ist für mich typisch Österreich …
… Hoch von Dachstein an – wenn man mit der Strassenbahn in Graz unterwegs ist, ist der Song nicht zu vermeiden! Und das ist gut. Leider ist der Stimme der Amerikanerin nicht so schön!

Bevor ich in Köflach gelebt habe, dachte ich Lipizzaner sind …
… etwas mit Spanien zu tun, da Spanische Hofreitschule.

In Köflach kaufe ich mir immer …
… Stifte aus Libro. Und viel Lebensmittel, um mit nach Lettland mitzubringen. Und sehr oft eine Flasche Schilchersekt!

Mit dieser Person wollte ich schon immer eine Reise nach Österreich machen …
… Mit meiner Grossmutter. Sie ist gestorben, als ich Fremdsprachenassistent in Österreich war. Obwohl sie krank war, als wir am Telefon gesprochen habe, war immer sie so fasziniert. Ich habe einmal über den Föhn gesprochen und sie hatte den Krankenschwestern im Spital erzählt, dass es irgendwie einen warmen Wind aus den Bergen runterkam. Sie war so neugierig, dass es eine Schade ist, dass sie niemals Österreich besuchen konnte.

Gareth, vielen lieben Dank für das Gespräch! Es war so interessant und schon an der Länge vom Beitrag kann jeder unserer Leser erkennen, wir hätten noch viel mehr zu besprechen gehabt! Wir freuen uns, wenn Du uns wieder besuchen kommst! Liebe Grüße aus Köflach!

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