Gibt es glückliche Bäume?

Gibt es glückliche Bäume?

In diesem Beitrag erzählt Luis über die Beweggründe, warum er sich vor Jahren entschlossen hat diese Streuobstwiese zu gestalten. Vielleicht möchtest auch Du einfach mal die Bäume und die Landschaft besuchen kommen? Termine dazu kannst Du gerne mit Luis vereinbaren.

Oft werde ich gefragt, warum tust du dir die viele Arbeit mit deinem Ostgarten an oder was machst du mit dem vielen Obst.

Streuobstwiese - Foto (c) Familie Wascher
Streuobstwiese – Foto (c) Familie Wascher

Ja warum habe ich die Streuobstwiese angelegt?

Ich habe mir die Frage gestellt warum wird die gute Natur so geschunden. Jede Wiese wird 5 – 6 x gemäht und gedüngt um ein eiweißreiches Gras zu ernten, welches für die Produktion von wiederum viel Milch notwendig ist die man schwer verkauft. Die Äcker müssen groß und ertragreich sein weil Nahrungsmittel billig sein sollen, im Gegenzug jedoch nur von mittlerer Qualität sein brauchen. Wir schimpfen über Käfighühner. Ist nicht jede solche Massenproduktion von Obst und Gemüse gleich.
Das war für mich der Punkt wo ich mir gedacht habe ich will etwas anderes machen. Aus einem überdüngten Ackerland wurde nach 6 Jahren eine Blumenwiese ohne auch nur einen Samen aus zusähen. Ich musste mir einen Bauern suchen der bereit war die Wiese maximal 2 – 3 Mal zu mähen und zu ernten. Eine Erschwernis bei der Arbeit war auch noch das ich im Abstand von ca. 11 x 11 Metern Obstbäume pflanzte. Im Laufe der Jahre ist es mir jetzt gelungen 63 verschiedene alte Obstsorten zu pflanzen und es werden noch einige dazu kommen. Auf die Frage da musst du ja viele Bäume schneiden, kann ich jetzt Antworten. Es ist kein Baum zu dumm um zu wachsen. Schnitte sind nur notwendig um den Baum zu stressen und ihn dadurch zu einem höheren Ertrag zu peitschen. Der Ertrag ist ein Ausdruck, dass der Baum Angst hat zu sterben und sich daher das letzte Mal vermehren will. Bäume im Erwerbsobstbau leben diesen Stress ihr Leben lang und werden daher auch nicht so alt.

Streuobstwiese - Foto: Alois Wascher
Streuobstwiese – Foto: Alois Wascher

Artenvielfalt & Diversität

Durch die Artenvielfalt ist auch der Druck durch Krankheiten und Schädlinge nicht so groß. In unserer Streuobstwiese wird auf künstlich hergestellten Dünger und auf künstliche Spritzmittel verzichtet. Wir arbeiten mit Nützlingen, Mulch und angesetzter Pflanzenjauche.
Bei mir hat der Baum die Möglichkeit sich jedes 2 Jahr eine Pause zu gönnen und daher ein hoffentlich langes Leben zu haben. Alte Sorten brauchen auch viel länger um überhaupt etwas zu tragen. Zum Beispiel tragen Hirschbirnen erst nach 15 – 20 Jahren oder der Lavantaler Bananenapfel auch erst nach 10 – 15 Jahren. Es ist schön in der Streuobstwiese im Frühling das Blühen und im Sommer das Reifen der Früchte zu beobachten. Bei den Früchten gibt es eine Pflückreife das ist der Zeitpunkt wann man die Früchte vom Baum nehmen soll und der Genusreife, das ist die Zeit ab welcher die Früchte ihr volles Aroma entfalten.

Übersicht typisch steirischer Apfelsorten - Foto Josef Gallaun
Übersicht typisch steirischer Apfelsorten – Foto Josef Gallaun

Meine Bäume haben noch nie so viel Obst tragen müssen. Dafür hoffe ich das sie einmal richtig alt und hoch werden damit sie viel Schatten spenden können und dadurch der Klimaerwärmung entgegen wirken. Meine Nachkommen sollen noch diese alten Sorten kennen und die verschiedenen Geschmäcker probieren. Wenn Du mehr Interesse hast, kannst Du gerne z.B. die Beiträge über Apfelsorten oder den Lebens(T)raum Streuobstweise lesen oder mich anrufen und wir machen eine Führung (für maximal 5 Personen) unter Einhaltung der aktuellen Richtlinien in der Anlage.

Ich bin glücklich mit einen Bäumen und hoffe sie auch mit mir.

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