Der Mai ist auf unserer Streuobstwiese jedes Jahr ein kleines Wunder. Alles wächst, summt, duftet und zeigt, wie viel Kraft in diesem Stück Natur steckt. Während die Bäume ihren Fruchtansatz bilden, verwandelt sich der Boden in ein buntes Mosaik aus Blüten, Kräutern und kleinen tierischen Helfern.
🍇 Erste Früchte – kleine Versprechen für den Sommer
Die Sträucher und Bäume zeigen schon, was in ihnen steckt:
- Stachelbeere – Die jungen Beeren beginnen sich zu formen, noch klein und hellgrün, aber schon deutlich zu erkennen. Die Stachelbeeren sind die einzigen Beeren, die sich dann später in verschiedenen Reifestadien ernten lassen. Der Zeitpunkt richtet sich nach dem Verwendungszweck. Unreif (grüne) Beeren kann man gekühlt bis zu 3 Wochen lagern. Dies nutzt der Handel, halbreife Beeren mit ihrem sortentypischen gelb/gelbgrün bis leicht rote Farbe können perfekt für Kompott, Kuchen, Torten oder Marmeladen verwendet werden. Für den Frischverzehr pflückt man die möglichst vollreife, weiche Frucht, bei denen der Zuckergehalt gegenüber der Fruchtsäure deutlich überwiegt. Am besten genießt man sie direkt vom Strauch, im Obstsalat oder an Stelle von Weintrauben zur Käseplatte. (Wir müssen noch etwas warten!)
- Schwarze Johannisbeere – Der Fruchtansatz ist kräftig, die Trauben versprechen eine aromatische Ernte.
- Mispel und Mehlbeere – Zwei alte, fast vergessene Arten
- Maulbeere – Auch hier zeigen sich die ersten Fruchtansätze – unscheinbar, aber voller Potenzial.

Blütenmeer im Gras – Mai in seiner schönsten Form
Zwischen den Obstbäumen zeigt die Wiese, was Artenvielfalt bedeutet:

- Rotklee – Ein Magnet für Hummeln und ein wichtiger Stickstofflieferant für den Boden.
- Wiesenglockenblumen – Zartviolett und elegant, sie bringen Leichtigkeit in die Wiese.
- Margeriten – Die klassischen Frühlingsboten, die sofort gute Laune machen.
- Schafgarbe – Robust, aromatisch und ein wertvolles Heilkraut.
- Pippau – Ein sonnengelber Farbtupfer, der oft übersehen wird.
- Spitzwegerich und Nachtkerze – Zwei stille Stars, die für Insekten und Heiltraditionen gleichermaßen wichtig sind.

🌾 Am Wasser – wo es besonders wild wird
Rund um die feuchteren Bereiche zeigt sich die Sumpfschwertlilie in voller Pracht. Ihre gelben Blüten leuchten wie kleine Sonnen und ziehen Libellen und Schmetterlinge an.

🐞 Kleine Helfer ganz groß
Ein besonders schönes Mai‑Highlight: Marienkäfer auf der Brennnessel.
Die Brennnessel ist nicht nur Kinderstube für Schmetterlinge – sie ist auch ein Buffet für Blattläuse. Und wo Blattläuse sind, sind Marienkäfer nicht weit. Ein perfektes Beispiel dafür, wie wichtig selbst die „unscheinbaren“ Pflanzen auf der Wiese sind.

🌱 Fazit: Der Mai zeigt, wie lebendig unsere Streuobstwiese ist
Zwischen jungen Früchten, blühenden Kräutern und summenden Insekten wird klar: Unsere Streuobstwiese ist ein kleines Ökosystem, das jedes Jahr aufs Neue überrascht. Der Mai ist dabei der Monat, in dem alles gleichzeitig passiert – Wachstum, Blüte, Vielfalt, Leben. Du kannst uns gerne besuchten kommen.
