Die Geschichte über das Lipizzanerdirndl

Die Geschichte über das Lipizzanerdirndl

Heute dürfen wir hier ein Gespräch zwischen Hanna und ihrer langjährigen Freundin Sieglinde Pachatz veröffentlichen. Meine Mama (Hanna) hatte früher ein Schuhgeschäft und war damit Nachbarin zum Trachten Geschäft von Frau Pachatz. Ich (Pia) kann mich an viele gemeinsame Aktivitäten erinnern, wo die beiden power Frauen ihre Produkte der Bevölkerung näher bringen zu können. Es gab Modeschauen, Ausstellungen und vieles mehr! Im heutigen Beitrag erfährst Du, wie die Idee des Lipizzanerdirndl entstand und wie es anschließend weit in die Welt hinaus getragen wurde!

Liebe Sieglinde Pachatz – das Lipizzanerdirndl, aus deiner Werkstatt ist aus unserer Region gar nicht weg zu denken. Wenn unsere feschen „Mädeln“ einen festlichen Auftritt irgendwo in Österreich haben, kann man sie an Hand des Lipizzanerdirndls sofort der Heimatregion Weststeiermark zuordnen.

Wie kam es zu der Idee vom Lipizzanerdirndl?

Frau Sieglinde Pachatz: Mehrere Damen unserer Region und ich, hatten die Idee – Köflach-Piber braucht ein eigenes Dirndl. Unsere Region kennt man in Österreich und darüber hinaus durch die Lipizzaner, die hier in Piber geboren werden und ihre Kinderstube haben, bevor sie ihrer Rasse auf der ganzen Welt alle Ehre machen. Dann war unsere Region viele Jahrzehnte geprägt vom Braunkohlenbergbau. Bei uns ist die Steiermark wohl am „grünsten“ die begünstigte Lage unserer Almen, Wiesen und Wälder tragen dazu bei. So hatten wir die Grundfarben für das Lipizzanerdirndl (weiß, grau, schwarz, braun). Weiß/Schwarz, wie die Lipizzaner, braun die Kohle, grün für unsere schöne Landschaft.

Trachtenmoden Pachatz - Foto: D. Kump
Trachtenmoden Pachatz – Foto: D. Kump

Wann wurde aus der Idee ein Dirndl?

Frau Sieglinde Pachatz: Ich nähte zuerst für eine Stoffpuppe das erste Modellkleid – ein steirischer Leibkittel, eine relativ glatte weiße Bluse und eine grüne Schürze

Hast Du ein Patent angemeldet und war es ein schwieriger Weg?

Frau Sieglinde Pachatz: Zuerst haben wir das Dirndl in Piber präsentiert, da man ja sehr hohe Auflagen seitens des Gestüts hat, wenn man die Lipizzaner in der Produktbenennung führen will. Danach wurde die Marke Lipizzanerdirndl im Patentamt angemeldet und muss jährlich verlängert werden. Echt – ist das Dirndl aus meiner Werkstätte, wenn es das gestickte Pferd im Rücken trägt.

Das Lipizzanerdirndl als Botschafter in der Welt

Hanna: Ich kann mich noch an die Olympischen Winterspiele in Salt-Lake – erinnern und auch an die Schi-WM in St. Moritz – da wurden doch die Hostessen vom Österreich-Haus mit deinem Lipizzanerdirndl ausgestattet. Kannst Du mir zu diesem großartigen Auftritt etwas erzählen. Damit hast Du unsere Region ins beste Licht gesetzt und unbezahlbare Werbung gemacht.

Frau Sieglinde Pachatz: 2002 – Die Handelskammer Wien sprach mir die Einladung aus, auf meine eigenen Kosten die 15 Hostessen für das Österreich Haus auszustatten. Ich nahm diese Einladung gerne an, arbeitete Tag und Nacht für die Umsetzung. Ich begleitete mit meiner Tochter Anita meine Lipizzanerdirndln. Es war ein sehr gelungenes Event. Der Prophet im eigenen Land gilt erst, wenn er im Ausland hochgeschätzt wird.

Die Geschichte über das Lipizzanerdirndl
Die Geschichte über das Lipizzanerdirndl
Trachtenmoden Pachatz - Foto: D. Kump
Trachtenmoden Pachatz – Foto: D. Kump

Wie war die Nachhaltigkeit dieses großen Auftrittes, der für Dich ja auch mit hohen Kosten verbunden war?

Frau Sieglinde Pachatz: Die In- und Ausländischen Zeitungen berichteten darüber, so wollte man auch in anderen Geschäften meine von mir und meinen treuen Mitarbeiterinnen produzierten Kleider für den Verkauf haben. In vielen Nähkursen zeigte ich Interessierten geschickten Frauen, wie sie sich selbst ein Lipizzanerdirndl nähen können. Dies trug zum Bekanntwerden des Lipizzanerdirndl bei.

Als ich mit 70 noch fleißig im Geschäft stand und mit meinen Mitarbeiterinnen viele schöne Lipizzanerdirndl nähte, erfuhr ich durch die Stadtgemeinde Köflach und dem Land Steiermark hohe Auszeichnungen, die mich sehr freuen.

Hat sich das Lipizzanerdirndl mit der Zeit verändert?

Frau Sieglinde Pachatz: Natürlich. Neue Stoffe, die eigens gewebt werden, finden Verwendung nur für unsere Marke. Wunderschöne Kunstdrucke nur für unser Haus kreiert werden verarbeitet und auch die Schnitte sind dem Zeitgeist angepasst.

Vielen lieben Dank liebe Sieglinde, dass Du uns Einblicke in die Entwicklung & Entstehung des Lipizzanerdirndls gegeben hast! Wir möchten uns auch herzlich bei Frau Andrea Kiegerl vonTrachtenmoden Pachatz für die bereitgestellten Fotos (fotocredit: D. Kump) bedanken. Für alle die Interesse haben, bald dürfen wir noch einen Beitrag rund um das Lipizzanerdirndl veröffentlichen, dabei geht es dann darum wie sich für jeden das richtige Lipizzanerdirndl findet – Stoffauswahl, Vermessung der Kundin, 1. Anprobe und 2. Anprobe … Wenn Du Interesse daran hast, dann kannst Du gerne unseren Blog abonnieren. Wir versuchen regelmäßig am Mittwoch einen neuen Beitrag zu veröffentlichen.

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