Was Krebsaugen mit dem Wachstum des Edelkrebses zu tun haben?

Krebsaugen in der Urheilkunde

Vor einigen Monaten haben wir eine Anfrage aus Zell am See erhalten, die uns sehr überrascht und stolz gemacht hat. Für eine Sonderausstellung der Tauernklinik wurden wir gefragt, ob es möglich wäre Fotos oder gar echte Krebsaugen zur Verfügung zu stellen. Was Krebsaugen sind, und was es damit auf sich hat, erklären wir hier!

Was sind Krebsaugen?

Krebsauge – mit einem Durchmesser von ca. 1 cm – Foto: Burchhart

Krebsaugen oder auch Krebssteine sind linsenförmige weiße bzw. blaue Kalkkonkremente von einer Größe von bis zu 10mm Durchmesser, owbei eine Seite abgeflacht ist.

Edelkrebspanzer mit Krebsauge (Kalk) - Foto: Burchhart
Edelkrebspanzer mit Krebsauge (Kalk) – Foto: Burchhart

Diese Krebsaugen bestehen aus Kalk. Da sich die Edelkrebse mehrfach im Jahr häuten, legen die Krebse vor einer solchen Häutung im Verdauungstrakt solche Kalkdepots an. Diese Krebsaugen werden bei Bedarf für die Aushärtung der neuen Panzer verwendet. 

Ein solches Krebsauge löst sich natürlich im Wasser auf, wir haben das besondere Glück, dass wir schon mehrfach ein solches Krebsauge haben finden können und zeigen es bei unseren Naturführungen bzw. Tag der offenen Tür (25.06.2023) gerne unseren Besucher:innen.

Krebsauge und Tauernklink

Du frägst dich jetzt, was hat so ein Krebsauge mit der Tauernklinik zu tun? Die Tauernklinik hat sich anlässlich des 450 Jahr Jubiläum auf die Suche gemacht und für eine Sonderausstellung Fotos und Ausstellungstücke gesammelt und zugleich einen wunderschönen Katalog zusammen gestellt. 

Katalog zur Sonderausstellung - Hilfts nix - schads nix
Katalog zur Sonderausstellung – Hilfts nix – schads nix

Wir sind besonders stolz, dass wir mit unseren Krebsaugen haben dazu einen kleinen Beitrag leisten dürfen und auf Seite 60-61 im Katalog zu finden sind. Die Sonderausstellung ist von April – Oktober 2023 täglich von 8.00 – 20.00 Uhr im Foyer des Tauernklinikums Zell am See bei freiem Eintritt zugänglich. Der Katalog ist zudem online zu finden und kann durchgeblättert werden –> Hier geht es zum Katalog

Wir haben von Frau Maud Sayn-Wittgenstein dazu folgenden Text erhalten.

Pflanzen und vor allem Tiere spielen in der Urheilkunde eine bedeutende Rolle. Heute ist es für den gebildeten und aufgeklärten Menschen kaum vorstellbar, dass Teile von Tieren nicht nur als Jagdtrophäen oder Amulette angesehen wurden, sondern als unentbehrliche Heilmittel galten.

Der seinen Schwierigkeiten und Ängsten ausgelieferte Mensch versuchte durch die Beschaffung von Federn, Krallen, Zähnen und Knochen bestimmter Tiere Anteil an deren Eigenschaften zu erlangen. Diese Denkweise scheint auf den ersten Blick abwegig. Versetzt man sich jedoch in die Vorstellungswelt früherer Zeit, deren elementare Grundlage Animismus und Sympathieglaube darstellte, werden uns einige der Anschauungen und Praktiken etwas verständlicher. 

Vor allem aber auch dem Blut und den Fetten von Jagdtieren galt größte Wertschätzung. Blut wurde, möglichst noch warm zur Stärkung und gegen Schwindel getrunken. Die Körperfette der Tiere waren der Balsam alter Zeiten. Er wurde bei Husten- und Lungenleiden, aber auch zur Hautpflege und als entzündungswidrige Salbe verwendet. 

Die Thesen von der Sympathie des Alls und die Signaturenlehre, entwickelt vom Arzt Paracelsus, 1493–1541, stellten in früheren Jahrhunderten also keinesfalls absurde Denkweisen dar, sondern bewegten sich auf dem neuesten Stand der damaligen Wissenschaft und fanden auch Eingang in religiöse Handlungen und Bräuche sowie medizinische Lehrbücher und volksmedizinische Ratgeberliteratur.

Wen diese Heilmittel im Original interessiert und wer noch skurrile Heilmethoden kennen lernen möchte begibt sich im Sommerhalbjahr dieses Jahres nach Zell am See zu einer Sonderausstellung im Tauernklinikum anlässlich dessen 450 Jahr Jubiläums.

Für was wurden Krebsaugen verwendet?

Im Katalog kann man nachlesen, dass die Krebsaugen früher gegen die Magensäure und Sodbrennen benutzt wurden, allerdings im Internet findet man auch die Infos zu Zahnpulver sowie zur Entfernung kleiner fremder Körper aus dem Auge!

Ausstellungen

Wir freuen uns, dass wir immer wieder gefragt werden, Fotos oder mehr für Ausstellungen bereitstellen zu dürfen. So waren unsere Fotos von Edelkrebsen schon 2017-18 bei der Ausstellung „SEXperten – Flotte Bienen, tolle Hechte“ in Graz im Naturkundemuseum Joanneumsviertel.

links Edelkrebsmännchen mit Begattungsgriffel und rechts Edelkrebsweibchen mit Spermapaket - Foto Annika Wascher
links Edelkrebsmännchen mit Begattungsgriffel und rechts Edelkrebsweibchen mit Spermapaket – Foto Annika Wascher

Es ist auch möglich mit Schulklassen zur Teichanlage & Streuobstwiese zu kommen und eine Biologie Stunde zum Anfassen zu machen. Bei Interesse bitte einfach melden!

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